Farbenlehre

Werden Sie zum Farbexperten

Jeder kennt die Situation: Man steht im Baumarkt und braucht Farbe für den nächsten Heimanstrich, aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen dem zwölf Euro Farbeimer und dem der 36 Euro kostet? Was bedeutet „Reinigungsfähig“? Und ist das nicht das gleiche wie „Waschbeständig nach Euro-Norm“? Aber warum kostet dann letztere Version gleich doppelt so viel? Und hat das auf die Qualität Auswirkung? Damit Sie all diese Fragen in Zukunft nicht mehr haben, erklären wir Ihnen die Grundlagen der Farbenlehre.

Mit der Ratlosigkeit ist nun Schluss, denn wir erklären die einzelnen Begrifflichkeiten und deren Auswirkung auf die Qualität.

Farbenlehre 1.1: Begrifflichkeit

Um die Verwirrung vor den Regalen zu beheben, gilt es einige Begriffe zu kennen:

  • Dispersionsfarbe: Eine weiße oder abtönende Wand- und Deckenfarbe für den Innenbereich.
  • „Waschbeständig“ / „Reinigungsfähig“: Diese Begrifflichkeit darf jeder Hersteller auf das Produktlabel drucken, ohne die Richtigkeit nachweisen zu müssen.
  • „Waschbeständig nach Euro-Norm“: Durch die Erwähnung der Norm wird einen verbindliche Qualitätsaussage getroffen, da diese Farbe einem definierten Scheuerzyklus standhalten muss, und zwar mindestens 1.000 Mal.
  • Nassabrieb“: Hier klassifiziert man durch die Stufen 1 bis 5 und gibt dadurch eine Angabe zur Strapazierfähigkeit der jeweiligen Farbe. Hier steht Klasse 1 für höchste Qualität.
  • „Deckkraft“: Diese gibt nach Schulnoten an, wie gut eine Farbe deckt. Auch hier ist Klasse 1 die hochwertigste.
    • Klasse 1: Deckt zu mehr als 99,5 Prozent
    • Klasse 2: wenigstens zu 98 Prozent deckend
    • Klasse 3: Deckkraft weniger als 98 Prozent
  • „Glanzgrad“: Dieser beeinflusst die Farbe und ihre Wirkung essenziell. Ob seidenglänzend oder matt ist eine Geschmacksfrage. Allerdings sind seidenglänzende Farben reinigungsfähiger als die matte Variante.
  • „Weißgrad“: Der Weißgrad gibt an wie hochwertig die Farbe ist. Ein hoher Weißgrad entsteht durch einen hohen Anteil an hochwertigen Farbpigmenten.

Farblehre 1.2: Bestandteile

Um die Qualität von Farbe besser zu verstehen, ist es wichtig die Bestandteile von Farbe zu kennen. Natürlich ist die Zusammensetzung je nach Qualität und Preis unterschiedlich. Allerdings nutzt jede Dispersionsfarbe Wasser als Trägermedium. Dieses verdunstet nach Anstrich schadlos in die Umgebungsluft. Damit eine Farbe überhaupt weiß oder farbig deckend ist, werden die jeweiligen Pigmente hinzugemischt. Diese Pigmente sind der teuerste Bestandteil von Farbe. Zu einem kleinen Teil werden auch Additive (Hilfsstoffe) hinzugefügt, die beispielsweise die Mischbarkeit und das Trockenverhalten beeinflussen sollen. Gegen Riss- und Blasenbildungen wird ein Bindemittel beigemischt, welches gleichzeitig vor dem Ausbleichen schützt und wesentlich für die Reinigungsfähigkeit des Anstrichs ist. Der letzte Bestandteil sind Füllstoffe, die für das Volumen der Farbe und für die Konsistenz verantwortlich sind. Oftmals wird Kreide, Kalk oder Talk hierfür verwendet. Diese Inhalte sind die billigsten Bestandteile von Farbe und werden im billigeren Preissegment oft stark erhöht eingesetzt.

Farbenlehre 1.3: Qualitätsmerkmal

Die einzelnen Bestandteile haben je nach Mischverhältnis einen Einfluss auf die Qualität der Farbe. Billigfarben haben oftmals einen hohen Anteil von Füllstoffen, da sie kostengünstige Rohstoffe sind. Sie steigern zwar die Deckkraft der Farbe, aber schmälern die Reinigungsfähigkeit. Diese wird wiederum deutlich durch das Bindemittel bestimmt. Je mehr davon in der Farbe enthalten ist, desto besser haftet die Farbe auf der Wand und kann sogar nass abgewischt werden ohne an Deckkraft zu verlieren. Der Anteil der Pigmente hat wiederum Einfluss auf die Deckkraft. Ist dieser zu gering, wird das Streichen mühsamer, da mehrmals gestrichen werden muss. Allerdings haben Pigmente und hochwertige Bindemittel auch einen Haken: Sie sind die teuersten Bestandteile von Farbe. Daher besteht bei einem Farbeimer ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Qualität und Preis, welcher nicht durchbrochen werden kann.

Checkliste

  • Deckkraft: Wie gut das jeweilige Produkt abdeckt, zeigen die Deckkraftklassen. Klasse 1 ist die beste Klasse.
  • Nassabrieb: Die Strapazierfähigkeit und Reinigungsfähigkeit wird durch diese Kennziffer klassifiziert. Auch hier steht Klasse 1 für die höchste Qualität.
  • Glanzgrad: Dieser ist entscheidend für die Farbwirkung und sollte bei besonders reinigungsanfälligen Wänden „seidenglänzend“ sein.
  • Hoher Pigmentanteil: Hochwertige Farben überzeugen mit einem hohen Weißgrad, welcher durch die Pigmente verliehen wird.
  • Niedriger Anteil an Füllstoffen: Starke Qualitätsverluste sind dadurch unvermeidbar.

Auch wenn man immer dazu neigt, die kostengünstige Version zu kaufen, raten wir Ihnen bei Wandfarbe stark davon ab. Sie haben zwar eine kurzfristige Freude über den Preis, aber langfristig bringt Ihnen diese nichts. Denn die Farbe wird nicht so lange halten, wie der benachbarte Farbeimer, der einen etwas höheren Preis hat.

Falls Sie Fragen zum diesem Thema haben, beraten wir Sie gerne via Telefon oder E-Mail. Oder Sie schauen einfach persönlich bei uns in Hamburg in der Stresemannstraße vorbei.

Meister der Farben Andree Antosch GmbH
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